Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 63, davon 63 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 42 positiv bewertete (66,67%)
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Durchschnittliche Bewertung 1,381 Punkte, 13 Texte unbewertet.
Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.3. 2000 um 12:14:15 Uhr schrieb
hei+co über odyssee
Der neuste Text am 8.4. 2026 um 13:19:08 Uhr schrieb
Gerhard über odyssee
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 13)

am 6.4. 2005 um 14:31:15 Uhr schrieb
hei+co über odyssee

am 5.11. 2002 um 01:00:45 Uhr schrieb
Dortessa über odyssee

am 8.4. 2026 um 13:19:08 Uhr schrieb
Gerhard über odyssee

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Odyssee«

hei+co schrieb am 23.6. 2000 um 13:15:28 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 4 Punkt(e)

(Wissenschaft als Netzwerk von Wegen)
Weit davon entfernt, eine geradlinige Abfolge stetigen Wissenserwerbs oder eine ebensolche Sequenz plötzlicher Einschnitte, entdeckungen, erfindungen oder Revolutionen zu zeichnen, [...] eilt die Geschichte der Wissenschaften unbeständig durch ein vielfältiges und komplexes Netz von Wegen, Straßen, Bahnen, Spuren, die sich verflechten, verdichten, kreuzen, verknoten, überlagern, oft mehrfach verzweigen. Eine Vielzahl unterschiedlicher Zeitmaße, Disziplinen, Ideen von Wissenschaft, eine Mannigfaltigkeit von Gruppen, Institutionen, Kapitalien, Menschen, die sich einig sind oder sich bekämpfen, von Maschinen, Gegegnständen, Prognosen und un vorhergesehenen Zufännen bilden zusammen ein schwankendes Gefüge, das die vielfältige Geschichte der Wissenschaften getreu darstelt.
Nichts ist einfacher und leichter als diese vermeintliche Komplexität: Man stelle sich eine Art Straßenkarte vor, auf der die verschiedenen Wege dargestellt sind, die ein Land durchziehen [...]
(Michel Serres: Vorwort, in: Michel Serres (Hg.): Elemente einer Geschichte der Wissenschaften, Frankfurt/Main, 1994, OT: Paris 1989, 11-38; hier: 18, 19)

hei+co schrieb am 2.3. 2000 um 12:14:46 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 4 Punkt(e)

Rhizom: Schreiben als kartogaphieren - vom Text zum Hypertext

"Als Metapher der postliterarischen Kultur wird Rhizom in der Netzkultur der neunziger Jahre deshalb gerne verwendet, um 'alle Arten von nichthierarchischen Netzwerken
zu beschreiben.' (vgl. http://www.rhizome.org und Richard Barbrook: Die heiligen Narren. Deleuze, Guattari und die High-Tech Geschenkökonomie, in: telepolis, Dez. 1998
- http://www.heise.de/tp/deutsch/special/med/6344/1.html)
Zwei Jahrzehnte nachdem Roland Barthes erstmals vom 'Tod des Autors' gesprochen hatte, wird [...] die kulturelle Konstruktion 'Buch' hier vollends demontiert: es hat
'weder ein Objekt, noch ein Subjekt', es bezieht sich nur auf einen organlosen Körper, zu dem alles gehört, was das Buch im sozialen Kontext (Produzenten, Rezipienten)
artikuliert.
'Es gibt keine Dreiteilung mehr zwischen einem Bereich der Realität (der Welt), einem bereich der Darstellung und Vorstellung (dem Buch) und einem bereich der
Subjektivität (dem Autor). Vielmehr stellt ein Gefüge Verbindungen zwischen bestimmten Mannigfaltigkeiten aus all diesen Ordnungen her, so da ein Buch seine
Fortsetzung nicht im folgenden Buch findet [...]. Kurz gesagt, wir meinen, daß man gar nicht genug im Namen eines Außen schreiben kann. [...] Das Buch als
Zusammenfügung mit dem Außen gegen das Buch als Bild der Welt. Ein Rhizom-Buch, das nicht mehr dichotom, zentriert oder gebündelt ist. Niemals Wurzeln schlagen
oder anpflanzen, wie schwierig es auch sein mag, nicht auf diese alten Verfahrensweisen zurückgreifen.'
(Deleuze / Guattari: Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie, Berlin 1992, 38)
Das enzyklopädische Projekt eines Lesbarmachung der Welt wird damit programmatisch überwunden. Wie sieht es tatsächlich nit der Möglichkeit aus, im Namen eines
Außen zu schreiben ? Wenn es keinen Autor mehr gibt, geht dessen Macht dann auf die Leser über? Wenn Schreiben tatsächlich ein Kartographieren sein soll, [...] wie
realisiert sich dann am besten diese rhizomatische Form, die alles idosynkratisch mit allem verknüpft, ganz unabhängig von der Vorgabe, die jenem Innen als absoluter
Intentionalität des Autors entspricht? Man muß angeben können, wie aus dem passiven Rezipieren vorgefaßter Inhalte ein interaktives Gestalten wird, das dem Anteil des
Leser am Text besser gerecht wird, mit anderen Worten: wie aus dem Text in einen Hypertext zu entkommen wäre, der die endlose Grammatik des Möglichkeiten nicht
mehr künstlich beschneidet."
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 303)

hei&co schrieb am 12.9. 2000 um 15:39:59 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 3 Punkt(e)

Memex-Schreibtisch:
Tastatur und eine Reihe
von Knöpfen und
Hebeln

"Der Memex besteht aus einem
Schreibtisch[...]: Oben befinden sich
schräge durchscheinende Schirme, auf
die das Material bequem lesbar projiziert
werden kann. Es gibt eine Tastatur und
eine Reihe von Knöpfen und Hebeln.
[...] Der größte Teil des Memex-Inhalts
kann bereits fertig auf Mikrofilm
erworben werden. Bücher jeder Art,
Bilder, aktuelle Periodica, Zeitungen
[...]. Und es gibt die Möglichkeit zur
direkten Eingabe. Auf der Oberfläche des
Memex befindet sich eine transparente
Fläche. Hier können handschriftliche
Notizen, Photographien, Memoranden,
alles Mögliche aufgelegt werden. Wenn
dies geschehen ist, wird durch
Hebeldruck eine Photographie
angefertigt, die auf dem nächsten leeren
Segment des Memex-Films erscheint;
[...] Selbstverständlich besteht die
Möglichkeit, mithilfe der üblichen
Indizierungssysteme auf das Archiv
zuzugreifen. [...] Da dem Benutzer
mehrere Projektionsflächen zur
Verfügung stehen, kann er einen
Gegenstand in Position lassen und
weitere aufrufen. Er kann Notizen und
Kommentare hinzufügen [...] ganz so,
als hätte er die Buchseite tatsächlich vor
sich."[1]

hei+co schrieb am 15.3. 2000 um 14:31:25 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 4 Punkt(e)

gemeinschaftliche Bücher - Schreiben in Gesellschaft
"Auch wenn sie sich noch nicht zu einer Disziplin versichtet haben, sind [...] kommunikologische Ansätze innerhalb verschiedener Disziplinen schon längere Zeit bemerkbar. Es geht dabei um eine Rekontextualisierung der philosophischen Fragestellungen im Rahmen der geänderten Bedeutung von Kommunikation auf neuen technischen Grundlagen.
Solche Rekontextualisierung funktioniert nur im Medienverbund und dedeutet eine neue Art von Diskursverflechtung jenseits des Monographien produzierenden wissenschaftlichen Autors. Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die Aufklärer die Vermittlungsformen der Öffentlichkeit zu reflektieren begannen [..] keimten Zweifel an der Tragfähigkeit der als Effekt einer spezifischen Buchkultur durchschaubaren Autorenrolle auf.
'Journale sind eigentlich schon gemeinschaftliche Bücher', heißt es in einem Text des Novalis von 1798, und weiter: 'Das Schreiben in Gesellschaft ist ein interessantes Symptom - das noch eine große Ausbildung der Schriftstellrey ahnden läßt. Man wird vielleicht einmal in Masse schreiben, denken und handeln [..]'
(Novalis: Schriften II, 645, zit. nach: hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt am Main 1989, 301)
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 27,28)

Neal McSteve schrieb am 31.8. 2000 um 16:05:59 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 4 Punkt(e)

Hiro nähert sich der Straße. Sie ist
der Broadway, die Champs
Elysees des Metaversums. Diesen
strahlend hell erleuchteten
Boulevard kann man, verkleinert
und spiegelverkehrt, in den
Gläsern der Brille erkennen. Die
Straße existiert eigentlich gar nicht.
Dennoch gehen in diesem
Augenblick Millionen Menschen
darauf spazieren.
Die Abmessungen der Straße sind
durch ein Programm festgelegt und
werden von den
Computergraphik-Ninjameistern
der Globalen
Multimedia-Programmiergruppe
der Firma ,,Computing Machinery"
herausgehämmert. Die Straße
scheint ein Boulevard zu sein, der
ganz um den Äquator einer
schwarzen Kugel mit einem Radius
von etwas mehr als zehntausend
Kilometern herum verläuft.
(Neal Stephenson: Snow Crash,
München 1994, OT: New York
1992, S. 34)

hei+co schrieb am 2.3. 2000 um 12:14:15 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 3 Punkt(e)

gemeinschaftliche Bücher - Schreiben in Gesellschaft

"Auch wenn sie sich noch nicht zu einer Disziplin versichtet haben, sind [...] kommunikologische Ansätze innerhalb verschiedener Disziplinen schon längere Zeit
bemerkbar. Es geht dabei um eine Rekontextualisierung der philosophischen Fragestellungen im Rahmen der geänderten Bedeutung von Kommunikation auf neuen
technischen Grundlagen.
Solche Rekontextualisierung funktioniert nur im Medienverbund und dedeutet eine neue Art von Diskursverflechtung jenseits des Monographien produzierenden
wissenschaftlichen Autors. Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die Aufklärer die Vermittlungsformen der Öffentlichkeit zu reflektieren begannen [..] keimten Zweifel an
der Tragfähigkeit der als Effekt einer spezifischen Buchkultur durchschaubaren Autorenrolle auf.
'Journale sind eigentlich schon gemeinschaftliche Bücher', heißt es in einem Text des Novalis von 1798, und weiter: 'Das Schreiben in Gesellschaft ist ein interessantes
Symptom - das noch eine große Ausbildung der Schriftstellrey ahnden läßt. Man wird vielleicht einmal in Masse schreiben, denken und handeln [..]'
(Novalis: Schriften II, 645, zit. nach: hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt am Main 1989, 301)
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 27,28)

Bruno Latour schrieb am 14.10. 2000 um 12:24:28 Uhr zu

odyssee

Bewertung: 3 Punkt(e)

»In Ermangelung eines Besseren nennen wir uns Soziologen, Historiker, Oekonomen, Politologen, Philosophen, Anthropologen. [...] Wie das Etikett auch lauten mag, immer ergeht es darum, den gordischen Knoten neu zu knüpfen, indem man so oft wie nötig die Grenze überschreitet, welche die exakten Wisssenschaften von der Ausübung der Macht trennt, oder sage wir. die Natur von der Kultur. Wir sind selbst Hybriden, den wir liegen quer zu den wissenschaftlichen Institutionen, in denen wir arbeiten. Halb Ingenieure, halb Philosophen [...]. Unser Transportmittel ist der Begriff der Uebersetzung oder des Netzes. Geschmeidiger als der Begriff des Systems, historischer als die Struktur und empirischer als die Komplexität, ist das Netz der Ariadnefaden in diesen vermischten Geschichten.«
(Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie, Frankfurt am Main 1998, OT: Paris 1991, 9-10)

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