| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) |
63, davon 63 (100,00%)
mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 42 positiv bewertete (66,67%) |
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Siehe auch: positiv bewertete Texte
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am 2.3. 2000 um 12:14:15 Uhr schrieb hei+co
über odyssee |
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am 8.4. 2026 um 13:19:08 Uhr schrieb Gerhard
über odyssee |
Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 13) |
am 21.1. 2019 um 10:38:43 Uhr schrieb Punktum über odyssee
am 19.9. 2006 um 15:21:00 Uhr schrieb Das Arschloch über odyssee
am 5.11. 2002 um 01:00:45 Uhr schrieb Dortessa über odyssee
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Odyssee«
hei&co schrieb am 31.8. 2000 um 16:08:43 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Kollaborative Wissenschaft
Dann gibt es noch bei uns ein Haus der Sinnestäuschungen, in dem wir alle möglichen Zauberkünste, Taschenspielerkniffe, Gaukeleien und Illusionen sowie deren Trugschlüsse darstellen. Ihr könnt euch denken, daß es uns, die wir es in der Naturerkenntnis und -beherrschung so wunderbar weit gebracht haben, ein leichtes wäre, den menschlichen Sinnen sehr viel vorzuspiegeln wenn wir natürliche Dinge mit dem Nimbus des Wunders ausschmücken und aufbauschen würden. Aber uns ist jeder Betrug und jede Lüge verhaßt. Daher ist auch allen Mitgliedern unseres Hauses bei Ehren- und Geldstrafe streng untersagt, natürliche Tatsachen in lügenhafter Aufmachung zu verkünden, nur eine reine, ungeschminkte, durch keinen Wunderglauben beeinflußte Darstellung darf gegeben werden.
(Francis Bacon: Nova Atlantis, Stuttgart 1982, OT: 1643, Utrecht), S. 54)
mcnep schrieb am 3.12. 2002 um 22:12:28 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Einmal noch schiff mir, erinnerungstrullende Muse
auf die Zunge, das Lob des italischen Chefkochs zu singen,
der die Zabaglione uns schlug, und köstliches Rindfleisch
uns zum Carpaccio schnitt, ein fürbaß extrem korpulenter
Sohn Italiens, stammend vielleicht von Liguriens Stränden,
bartstoppelreich und mit einem köstlichen Hintern,
der in der Hose, der schwarzweißkarierten, sich spannte:
und konturiertesten Schritts: so ward mein Wille vollendet,
der zum Mahle sich äugliche Atzung ersehnt, und die mir geliefert
jener Sohn Berlusconis in jugendlich schwellender Fülle.
Was hat meinen Sinn so erregt? War es der Virilitäten
strotzendes Unmaß, welches er gleichsam achtlos stellte zur Schau?
Jene Gleichmut des Blicks, war es der fleischige Nacken,
zu dem mein Blick über Tagliatelle und Chianti stets glitt?
Ach, er kam von den rüstigen Küsten der sonnenumwobnen Azzuri
bar aller Kenntnis des Deutschen, und hat sich dies scheint's bewahrt:
doch gelächelt hat er für den Augenblick, als ihn mein Blick traf,
und dieser Anblick allein hat sich das Trinkgeld, das reiche, gelohnt.
Ach! Zu rasten begehrt' ich, nur einen Augenblick, in seinen Schenkeln
um, so gestärkt, weiterzufahren auf der gaumensegelnden Odyssee.
hei+co schrieb am 2.3. 2000 um 12:18:41 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
WUNSCHMASCHINEN
"Die Wunschmaschinen stecken nicht in unserem Kopf, sind keine Produkte der Einbildung, sondern existieren IN DEN TECHNISCHEN UND GESELLSCHAFTLICHEN
MASCHINEN SELBST."
(Gilles Deleuze; Felix Guattari, Anti-Ödipus, Frankfurt am Main 1974, 512)
Weder sind die Wunschmaschinen imaginäre Projektionen, Phantasien, noch reale Projektionen, Werkzeuge. Das gesamte Projektionssystem aber ist von Maschinen
ableitbar, nicht umgekehrt. Sollte demnach die Wunschmaschine durch eine Art Introjektion, einen bestimmten perversen Gebrauch der Maschine definiert werden?
Nehmen ein Beispiel aus dem geheimnisvollen Bereich des Telefonnetzes: die Nummer eines nicht besetzten, aber einem automatischen Anrufbeantworter
angeschlossenen Telefons wählend (»diese Nummer ist nicht besetzt«),kann man ein Gewirr summender, sich überlagernder Stimmen vernehmen, Stimmen, die sich
gegenseitig rufen, sich antworten, die sich überkreuzen und verlieren, die ober- oder unterhalb des Anrufbeantworters laufen oder in dessen Inneren, sehr kurze
Mitteilungen, in schnellen und monotonen Codes abgefaßte Äußerungen. Das normale Telefon,bestimmt, Kommunikationsmaschine zu sein, funktioniert doch solange noch
gleich einem Werkezeug, als es dazu dient, Stimmen, die als solche nicht Teil der Maschine sind, nur zu projezieren oder weiterzutragen. Dort aber hat die
Kommunikation eine höhere Stufe erreicht, insofern die Stimmen mit der Maschine ein Stück (eine Einheit) bilden, Teile der Maschine geworden sind und vom
automatischen Anrufbeantworter auf Zufallsbasis ausgesendet und verteilt werden. Unter dieser Perspektive findet nicht allein ein perverser Gebrauch oder Anpassung einer
technisch-gesellschaftlichen Maschine statt, sondern die Überlagerung durch eine wirkliche objektive Wunschmaschine ...
(Gilles Deleuze; Felix Guattari; Anti-Ödipus, Frankfurt/Main 1974, , 498)
hei+co schrieb am 15.3. 2000 um 14:31:25 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
gemeinschaftliche Bücher - Schreiben in Gesellschaft
"Auch wenn sie sich noch nicht zu einer Disziplin versichtet haben, sind [...] kommunikologische Ansätze innerhalb verschiedener Disziplinen schon längere Zeit bemerkbar. Es geht dabei um eine Rekontextualisierung der philosophischen Fragestellungen im Rahmen der geänderten Bedeutung von Kommunikation auf neuen technischen Grundlagen.
Solche Rekontextualisierung funktioniert nur im Medienverbund und dedeutet eine neue Art von Diskursverflechtung jenseits des Monographien produzierenden wissenschaftlichen Autors. Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als die Aufklärer die Vermittlungsformen der Öffentlichkeit zu reflektieren begannen [..] keimten Zweifel an der Tragfähigkeit der als Effekt einer spezifischen Buchkultur durchschaubaren Autorenrolle auf.
'Journale sind eigentlich schon gemeinschaftliche Bücher', heißt es in einem Text des Novalis von 1798, und weiter: 'Das Schreiben in Gesellschaft ist ein interessantes Symptom - das noch eine große Ausbildung der Schriftstellrey ahnden läßt. Man wird vielleicht einmal in Masse schreiben, denken und handeln [..]'
(Novalis: Schriften II, 645, zit. nach: hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt am Main 1989, 301)
(Frank Hartmann: Medienphilosophie, Wien 2000, 27,28)
hei+co schrieb am 2.3. 2000 um 12:15:47 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
kein Anfangen
"In den Diskurs [...] hätte ich mich gerne verstohlen eingeschlichen. Anstatt das Wort zu ergreifen, wäre ich von ihm lieber umgarnt worden, um jedes Anfangens enthoben
zu sein. Ich hätte gewünscht, während meines Sprechens eine Stimme ohne Namen zu vernehmen, die mir immer schon voraus war: ich wäre es dann zufrieden gewesen,
an ihre Worte anzuschjließen, sie fortzusetzen, mich in ihren Fugen unbemerkt einzunisten, gleichsam, als hätte sie mir ein Zeichen gegeben, indem sie für einen
Augenblick aussetzte. Dann gäbe es kein Anfangen. Anstatt der Urheber des Diskurses zu sein, wäre ich im Zufall seines Ablaufs nur eine winzige Lücke und vielleicht
sein Ende.
Ich hätte gewünscht, daß es hinter mir eine Stimme gäbe, die schon seit langem ds Wort ergriffen hätte und im vornhinein alles, was ich sage, verdoppelte und daß diese
Stimme so spräche: 'Man muß weiterreden, ich kann nicht weitermachen, man muß weiterreden, man muß Wörter sagen, solange es welche gibt; man muß sie sagen, bis
sie mich finden, bis sie mich sagen - befremdete Mühe, befremdetes Versagen, ; man muß weiterreden; vielleicht ist es schon gesagt, vielleicht haben sie mich schon an
dei Schwelle getragen, an das Tor, welches sich schon auf meine Geschichte öffnet (seine Öffnung würde mich erstaunen).'
Ich glaube, es gibt bei vielen ein ähnliches Verlangen, nicht anfangen zu müssen; ein ähnliches Begehren, sich von vornherein auf der anderen Seite des Diskurses zu
befinden und nicht von außen ansehen zu müssen, was er Einzigartiges, Bedrohliches, ja vielleicht Verderbliches an sich hat. Auf diesen so verbreiteten Wunsch gibt die
Institution eine ironische Antwort, indem sie die Anfänge feierlich gestaltet, indem sie sei mit ehrfürchtigem Schweigen umgibt und zu weithin sichtbaren Zeichen
ritualisiert."
(Michel Foucault. Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt am Main 1991, OT: L'ordre du discours, Paris 1992, 9-10)
(... mit diesen Worten nimmt Michel Foucault am 2. Dezember 1970 seine Tätigkeit am eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am
Collège de France auf ...)
hei&co schrieb am 12.9. 2000 um 15:33:44 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Denken mit Rhizomen
[...] das Rhizom ist das Bild des
Denkens, das sich unter dem der Bäume
ausbreitet.
In dieser Frage haben wir kein Modell,
nicht einmal einen Wegweiser, aber wir
haben einen Bezugspunkt, eine
Kreuzung, eine Überschneidung, die
immer wieder zu erneuern ist: das ist der
Wissensstand über das Gehirn.
[...] Und heute inspiriert uns nicht der
Computer, sondern die Mikrobiologie
des Gehirns: dieses erweist sich als ein
Rhizom, eher Gras als Baum [...]
Das heißt nicht, daß wir abhängig von
der Erkenntnis, die wir vom Gehirn
haben, denken, sondern jeder neue
Gedanke zieht frische, unbekannte
Bahnen im Gehirn, windet es, faltet es
oder spaltet es. [...] Die Philosophie
mobilisiert neue Verknüpfungen, neue
Bahnungen, neue Synapsen, indem sie
Begriffe schafft, gleichzeitig entdeckt die
Gehirnforschung mit ihren Mitteln die
objektive matierielle Entsprechung oder
das Möglichkeitsmaterial eines ganzen
Bilds des Denkens.
Am Kino interessiert mich, daß die
Leinwand hier ein Gehirn sein kann, wie
in den Filmen von Resnais oder
Syberberg. Der FIlm arbeitet nicht nur
mit Verknüpfungen durch rationale
Schnitte, sondern mit
Neu-Verknüpfungen über irrationale
Schnitte: das ist ein anderes Bild des
Denkens. Wirklich interessant an den
Videoclips war anfangs, daß manchen
den Eindruck vermittelten, über
Verknüpfungen und Sprünge zu
funktionieren, die nicht mehr diue des
Wachzustandes waren, aber auch nicht
die des Traums oder Alptraums. Für
einen Augenblick haben sie etwas
gestreift, das zum Denken gehörte.
(Deleuze, Gilles:
Unterhandlungen
1972-1990,
Frankfurt/Main 1993,
OT: Pourparlers, Paris
1990, 216-218)
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