Pseudoschriftsteller
Bewertung: 41 Punkt(e)Die Welt quillt über von Pseudogestalten mit Pseudoverhalten - die rufen geradezu nach einer pseudoschriftstellerischen Pseudodarstellung. Und das Pseudolesepublikum ruft auch danach.
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 130, davon 130 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 73 positiv bewertete (56,15%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 227 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 1,331 Punkte, 31 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 9.4. 2001 um 15:17:15 Uhr schrieb Lothar über Pseudoschriftsteller |
| Der neuste Text | am 15.3. 2026 um 15:04:23 Uhr schrieb Pasolini über Pseudoschriftsteller |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 31) |
am 22.8. 2005 um 21:57:59 Uhr schrieb
am 19.6. 2008 um 18:50:37 Uhr schrieb
am 6.1. 2004 um 03:32:57 Uhr schrieb |
Die Welt quillt über von Pseudogestalten mit Pseudoverhalten - die rufen geradezu nach einer pseudoschriftstellerischen Pseudodarstellung. Und das Pseudolesepublikum ruft auch danach.
Pseudoschriftsteller haben unverkennbare äußere Zeichen: sie achten sehr darauf, modisch zu sein (was nicht schwer ist: seit den frühen 90ern sind es weit geschnittene schwarze Anzüge und sehr kurzer Haarschnitt). Sehr gepflegt. Sie schreiben meist von dem, was sie am besten kennen: ihrem Schickimicki-Milieu. Überhaupt erfinden sie ungern. Sie kennen das Internet und sind im »Perlentaucher« präsent. Sie waren alle schonmal in New York. Jeder hat einen Literaturpreis, den er am liebsten als Orden ans schwarze Jackett heften würde. Nur gibt es beim Militär mehr Soldaten als Orden, deshalb hinkt der Vergleich.
Für mich ist Herr Hohlbein ein Pseudoschriftsteller. Das beweist ja wohl seine grausame Geschichte in der »Amica«. 1) Warum schreibt Wolfgang Hohlbein für eine Frauenzeitschrift an einem Fortsetzungsroman mit, in dem es um keines der Themen gibt, die er sonst bevorzugt behandelt? Gut, er hat auch früher mal Kindergeschichten von lieben Hunden und so was geschrieben, aber was will der denn in der »Amica«? 2) Warum schreibt er über etwas, wovon er offensichtlich keine Ahnung hat, nämlich von einem Besuch beim Frauenarzt? In der Geschichte sind dermaßen viele logische Fehler, daß man das Gruseln kriegt. Halt! Das ist es! Man SOLL sich gruseln! Mist...
Mich dünkt, es sei schon mal mit der deutschen Sprache besser gewesen, als heute. Wir lesen nachgemachtes Beamtendeutsch; nachgemachtes gehobenes Deutsch, so, wie früher die Oberlehrer, wenn sie von den alten Germanen sprachen, einen Baß gehen ließen; nachgemachtes Philosophendeutsch solcher falscher Philosophen, die da im Gehirn sülze haben,und das substantivierte Infnitiv ist eines der schlimmste Beispield dieser vertrackten Stile.
Dem Menschen aus der Seele schreiben -: das könnte eine Aufgabe sein.
Aber daß wir den Kunstkaufleuten aus der Seele schreiben-; das kann Gott so nicht gewollt haben.
Den Pseudoschriftsellern würde durchgängig die Einsicht zustatten kommen, daß man zwar, wo möglich, denken soll wie ein »Großer Geist«, hingegen dieselbe Sprache reden wie jeder Andere.
Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge: aber sie machen es gerade umgekehrt.
gestern abend war ich bei nem poetry slam. das war eine gigantische ansammlung von pseudoschriftstellern, die meisten haben echt nur ihren geistigen dünnschiss da abgeladen. und dafür gabs punkte, und die leute haben geklatscht und sich gefreut, und der gewinner konnte sogar 600 mark mit nach hause nehmen. hat er dann aber mit den beiden anderen aus der endrunde geteilt. das war eine große geste, die ihm bestimmt viel sympathie eingebracht hat. besonders ätzend fand ich den gegenpapst, der hat immer so plump die frauen im publikum angegraben. »du hast unrasierte achseln, da steht er mir gleich«. das gedicht, mit dem er startete, hieß »fotzenwaschanlage«. als er dann auf der bühne seinen schwanz entblößen wollte, haben sie seinen auftritt abgebrochen. das sollte dich nicht davon abhalten, mal zu so ner veranstaltung zu gehen. es gibt auch echte rosinen unter den pseudoschriftstellern.
hier gibts ja auch Selbsternannte - die schreiben ihre Beiträge nur mit vorhandenen (momentan ca 8000 Wörtern) Stichwörtern (alles gelb dann) und finden sich noch ganz toll dabei. Wahrscheinlich wollen sie uns damit sagen, daß wir, ähnlich wie die Amis ohne weiteres mit 1000 Wörtern auskommen. Das finde ich äußerst gefährlich - man sieht die Sprachverrohung in den USA und damit die Rückentwicklung einer ganzen Gesellschaft.
zuerst war er selbsternannter Schriftseller, dann kam er ins Taumeln und ging als Statist in einen Zirkus. Jetzt schreibt er kleine gigs bei MTV und kommt sich aber noch als Schriftsteller vor. Warum sind die Menschen so kritiklos, daß sie nicht mal im Ansatz erkennen, wo ihre Begabugen liegen und wo halt konsequenteweise nicht.
| Einige zufällige Stichwörter |
Sägen
Krokeen
Unterholz
ReligiondesWettbewerbs
Weltraumfriedhof
|