Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Untergang«
Dragan schrieb am 13.5. 1999 um 22:45:10 Uhr zu
Bewertung: 7 Punkt(e)
Uriella von der Sekte Fiat Lux hat schon einige Male den Untergang der Welt für das nächste Wochenende vorhergesagt. Leider wurde bisher nichts daraus, höchstwahrscheinlich war irgendjemand verhindert, der mithelfen sollte.
Was ich an Uriellas Vorhersagen allerdings bemerkenswert fand, war, daß sie den Einschlag eines Meteors in der Schweiz vorhersagte. Daß das vorher noch niemand vorhergesagt hat ... Schließlich können diese Meteore ja nicht immer nur in Amerika einschlagen. Im Kino schlägt nie ein Meteor in der Schweiz ein, immer nur in Arizona, Texas oder gleich New York, im Central Park. - Dennoch, der Familien-Hund wird es natürlich überleben, der springt geschwind über ein paar Lavaflüsse. Puuh, Glück gehabt.
Würde der Meteor in der Schweiz einschlagen, wäre der Film bestimmt anders gelaufen. Dann würde die Lieblings-Geiß über den Lava-Strom springen.
Jotun schrieb am 22.11. 1999 um 04:56:27 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Reiche, Imperien, Äras, früher oder später verschwinden sie aus dem Zeitsrahl der Weltgeschichte. Sei es langsam, fast unmerklich, wie ein stilles Verbluten oder mit einem lauten Knall, dessen Resonanzen Einfluß auf andere nehmen, so dient ein jeder Verfall, eine Desintegration einer solchen Entität der Erneuerung, der Revitalisierung des Ganzen. Denn nolens, volens werden die, die einen solchen Untergang erleben, Lehren für sich und ihre Umwelt ziehen, auf daß es ihnen nicht genauso ergehe, wenn auch schlußendlich jegliche Mühen zum Scheitern verurteilt sein werden. Es kommt zu uns allen, zu allen Dingen. Denn was ist das Ende von Kulturen anderes als der Exitus großer, dem Bauplan der Natur gleichen, Organismen? Die Zellstruktur und die Kohärenz verschwinden graduell bis Tod und Verderben seiner harren. Dieser Vorgang ist in den westlichen Kulturkreisen bereits in vollem Gange, jedem aufmerksamen Beobachter absolut evident. Dekadenz, Indifferenz, moralischer Verfall. Unsere Tage sind gezählt. Wer wird auf unseren Gräbern, auf den Überresten unserer ach so glorreichen, nachahmenswerten Wertestruktur, unseren physischen und mentalen sogenannten Errungenschaften, den Totentanz vollführen, vielleicht gar sie schänden und entweihen? Nicht, daß es wirklich etwas zu entweihen gäbe, außer in den Augen der bigottesten, verblendetsten Vertreter unserer Gesellschaft. Wir sitzen auf dem Ast, den wir selbst absägen, und es kümmert uns nicht nur nicht, nein, wir freuen uns in unsrem Wahn und frönen dem kollektiven Hedonismus, denn wir könnten ja etwas verpassen, einen neuen Anreiz, wie pervers, wie entartet er auch sein mag, der uns, wenn auch nur für einen kurzen Wimpernschlag in unserem jämmerlichen Dasein, den Anschein gibt, unserem Leben einen Sinn zu geben. Doch wir sind zu kurzsichtig, unsere Lage zu erkennen, uns an den eigenen Haaren aus dem Sumpf des Verderbens, der Fäulnis und der Pestilenz zu ziehen. Wir drücken uns im Gegenteil nur noch weiter hinein und wir schreien nach mehr, auf der Suche nach der Erfüllung, die zu erreichen wir uns selbst unmöglich machen.
Und wer das hier ernst nimmt, ist selbst schuld. Es ist 5 Uhr morgens und ich muß in 2 Stunden wieder aufstehen.
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