Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Warburgpassage«
passant schrieb am 25.4. 2016 um 17:19:12 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
In der Warburgpassage an einem Werktag parken, ist nahezu unmöglich. Dann war unglaublicherweise ein sogar sehr schöner Parkplatz im Rückspiegel zu erkennen. Umgehend rückwärts fahrend widerfuhr mir eine Transmigration.
Die Warburgpassage ist nicht nur eine Wetterscheide im Neutorburger Klimageschehen, sie ist auch Schnittpunkt mehrerer Paralleluniversen; dem Passanten sind mittlerweile mindestens zwei bekannt. Eine einsame kleine Straße und schon Mittag. Die Parkplatzsuche hatte am frühen Morgen stattgefunden; das war im Moment der Transmigration vergessen. Nicht vergessen wurde, das war die ganze Zeit sehr beunruhigend, dass der Leihwagen um 24:00 zurückgebracht sein musste. Wenden auf der immer enger werdenden Straße unmöglich. Ohne Angst, aber auch ohne Hoffnung weiterfahren. Auf einen unasphaltierten Feldweg geraten, eine Böschung hinunter, das Auto auf der feuchten Wiese zurücklassen, zu Fuß zurückfinden. Ich gelangte in den Außenbezirk einer Stadt, sah russische Aufschriften, fragte Passanten, wurde nicht verstanden und verstand nichts. Eines verstand ich doch: im Internet werde ich mein Auto wiederfinden. Später, ich hatte ein ödes Flussbett überquert, Chemie vermutlich, alte Industrie, längst stillgelegt, endlich die Terrasse einer Gastwirtschaft, Blick auf die ganz verfallene, graue, zugleich überwältigend schöne Stadt auf der anderen Flußseite, und endlich jemand, der Englisch versteht, man schreibt mir den Namen der Stadt mit Bleistift auf den Rand einer Zeitung: Nilova (Нилова).
passant schrieb am 26.1. 2018 um 17:50:26 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Cric erkenne ich immer an dem hellen Fleck am Rücken im Gefieder. Crac hat keine besonderen Merkmale, außer dass Crac immer im Gefolge von Cric angeflogen kommt.
An manchen Tagen sind beide sehr scheu, an anderen fast aufdringlich.
Sie erkennen mich vom Himmel herab als Passanten unten auf der Warburgpassage. Erkennen mich aber auch als Fahrradfahrer unter den Bäumen der Swampy Meadows.
Beide sind stillschweigend einverstanden, wenn ich links erst Cric, dann rechts Crac je einen halben Erdnusskern zuwerfe, weil dann diese krähenhaft hektische Rauferei entfällt.
Manchmal gelingt es mir, einen ganzen Erdnusskern zwischen beide zu werfen, der dann nach rechts und links in je eine Hälfte zerspringt.
Neuerdings kommt eine dritte Krähe angeflogen, worauf Cric auf das Fressen verzichtet und sich ganz der Vertreibung widmet, über den Boden der Swampy Meadows hüpfend zuerst, beide fliegen auf, die Vertreibung setzt in der Luft sich fort, bis hinüber zum Bahnhof Torburg-Tor.
passant schrieb am 5.8. 2015 um 11:15:02 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Auf dem Dach des Neutorburger Rathauses, mit seinen unzähligen Türmchen und Giebeln, fliegen Drohnen aus und ein. Außer Polizeidrohnen auch die das Neutorburger Mikroklima protokollierenden Wetterdrohnen.
Der Neutorburg Micro Weather Report im Internet ist erschreckend nüchtern gestaltet, da auf Reklamefenster verzichtet wird, zugunsten einer detaillierten Legende. Deutlich wird die Warburgpassage als Wetterscheide sichtbar.
So flüchteten gestern nachmittag Passanten auf die trockene, sogar sonnenbeschienene Ostseite der Warburgpassage, während Wind Regen peitschte gegen die Fassaden der Bürogebäude gegenüber.
passant schrieb am 10.9. 2017 um 16:50:58 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Jenseits der Ost-West-Traverse, die Neutorburg in zwei Hälften zerschneidet, ist das Quartier mit den alten Backstein-Lagerhäusern.
Bequeme Treppen führen sechs Böden hoch (Ware wird außen am Kran befördert), enge Treppen noch zwei Stockwerke höher, dann eine noch schmalere Eisentreppe, ganz oben eine Stahltür, die nie zugeschlossen wird, damit du, wenn es brennt, über die Dächer des Lagerhaus-Quartiers fliehen kannst.
Du erblickst ein Panorama der Stadt wie nirgendwo sonst, nicht einmal von der erhabenen und gepriesenen Besucherplattform der Neuen Philharmonie.
Die Giebel und Zinnen der Lagerhäuser. Die Türmchen und Aufbauten des Rathauses, das elegante Dach der Neuen Philharmonie, die Türme von St.Nicholas und St.John, der TV-Tower, das CNN-Hochhaus, und Richtung Warburg-Quartier - - - was dort so leuchtet, ist das Astralwasser-Bassin.
Besonders schön wäre an diesem Tag der Blick nach oben, zu den niedrig über Neutorburg hinweg ziehenden Wolken gewesen.
Leider war es so: ich stand vor der Stahltür, um das Schild »AUSGANG VERBOTEN« zu verdecken und zugleich die Tür mit einladender Geste zu öffnen: »nun geht hinaus und seht!«
Besucher aus Übersee. Kannten Neutorburg nicht. Sollten sehen, was kein Tourist je zu sehen bekommt.
»Immerhin war es ein Abenteurer« so hinterher Jessica.
Werde von Lagerhaus zu Lagerhaus gehen. Systematisch alle Notausgänge aufs Dach kontrollieren. № 8 war zu. Zugeschlossen. Ein unglücklicher Zufall.
passant schrieb am 17.7. 2016 um 17:40:40 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Der Physikunterricht im Sophienstift berücksichtigt auch die örtlichen Gegebenheiten der Warburgpassage, d.h. das Parallelwelt - Phänomen. Dass vollkommen parallele Universen sich nicht mehrfach überschneiden, sondern nur einmal, müssen alle begreifen. Dass die Schnittfläche sich nicht im Unendlichen befindet, wie Laien sich gern ausdrücken, sondern dass diese zugleich überall und nirgendwo ist. Folglich gibt es etwas, das sich nicht nur schneller als Licht, sondern unendlich schnell bewegt - der Schnittpunkt zweier paralleler Geraden, im vorliegenden Fall die Schnittfläche zweier paralleler Räume. Wie auch immer, heute schien die Warburgpassage etwas zu schwanken, denn ich flanierte auf dem Offiziersdeck einer Galeere.
Durch Lüftungsluken waren ein Deck tiefer Soldaten zu sehen, die auf Kommando Waffen putzten. Von noch einem Deck tiefer drangen üble Gerüche nach oben, auch dumpfe Rufe und Schreie. Weiter vorn, an der Kreuzung Warburgpassage / Warburgterrasse, wankten erschöpfte Triathlon-Teilnehmer vorüber, angefeuert von Zuschauern und Ordnungsdienst. Am Himmel dröhnten Hubschrauber, denn Triathlon in Neutorburg ist immer auch Militärübung. Heute Triathleten, morgen Putschisten und Terroristen.
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