Römer
Bewertung: 3 Punkt(e)
Römer, Pro und Contra:
Pro: die Römer waren immer griesgrämig
Contra: Hitler war ein Römerfan
Pro: Niemand interessiert sich heute für die Römer
Contra: Viele interessieren sich für Hitler
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 74, davon 72 (97,30%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 31 positiv bewertete (41,89%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 219 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,500 Punkte, 24 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 30.9. 2000 um 17:54:24 Uhr schrieb Gronkor über Römer |
| Der neuste Text | am 24.4. 2024 um 12:43:33 Uhr schrieb Gerhard über Römer |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 24) |
am 11.2. 2003 um 13:02:08 Uhr schrieb
am 15.7. 2013 um 22:30:43 Uhr schrieb
am 9.8. 2004 um 23:18:48 Uhr schrieb |
Römer, Pro und Contra:
Pro: die Römer waren immer griesgrämig
Contra: Hitler war ein Römerfan
Pro: Niemand interessiert sich heute für die Römer
Contra: Viele interessieren sich für Hitler
Im Radio kam mal ein Bericht über einen Verkehrsunfall in einem Tunnel. Genauer gesagt war es mehr ein Unfall vor dem Tunnel, aber das ist jetzt Haarspalterei. Jedenfalls ist da wohl ein Bus mit einem Haufen polnischer Touristen gegen eine Tunnelwand gefahren. Der Fahrer war »ein 31 Jahre alter Römer«.
Geht das nur mir so oder denkt jeder dabei automatisch an einen Toga und Sandalen tragenden Mann, der verzweifelt versucht herauszufinden, wie diese von Jupiter gesandte Höllenmaschine zu bedienen ist?
Als ich heute morgen von meinem Hotel Nähe Paulskirche flirrig vor Schlaflosigkeit und der Chemie des vergangenen Abends auf den Römer ging, diesem unsäglichen Faller-Modellbausatz in 100:1, dachte ich zuerst, da wird ein Film gedreht: Aberdutzende von Chinesen, viele in uniformen grünen T-Shirts, manche gar mit Spruchbändern, hinter denen sie sich aufbauten als wäre es der Tian an men zur Zeit des ersten Mai, waren über den ganzen Platz verteilt und fotografierten sich gegenseitig in immer neuen Ensembles und Stellungen. Die Schirn hatte noch geschlossen, und so gönnte ich mir diesen Luxus, eine nicht allzu vertraute Stadt mit den Augen der Fremden zu sehen, folgte mit dem Blick den von Chinesenkameras herausfokussierten Bembeln und Wirtshausschildern, versuchte Geranienkästen schön rot zu finden (hao hong), schaute ihnen beim Postkartenaussuchen über die Schulter und versuchte (erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund der Vorschädigungen der vorherigen Nacht) überhaupt eine Leere des Geistes walten zu lassen, die mir den Römer zurückverwandeln sollte in ein repräsentatives Bauensemble deutscher Tradition, ein eingefrorenes Stück Zeit in einer Stadt des glas– und stahlgewordenen Kapitals. Es wäre mir auch fast gelungen, da weckte mich das Gezeter eines Binding-Bierwirtes aus meiner affirmativen Milde. Irgendwas an seinem Mobiltelefon funktionierte nicht, und so stand er, der eigentlich seine Bindingbierbänke hatte schrubben wollen, vor seiner unerträglich gemütlich wirkenden Kneipe und keifte sein Nokia untertitelverdächtig auf hessisch an. Dieser audiovisuelle Mißklang führte mir erst wieder die ganze Häßlichkeit des Ortes vor Augen, auf die Keltenausstellung in der Schirn hatte ich eigentlich auch keine Lust mehr, irgendwelche blöden Schmuckfibeln zusammen mit neunmalklugen Gymnasialarchäologen und runentätowierten Neoheiden anzustarren, bloß nicht, und so beschloß ich, meinen schweren Schritt in die Golden-Gate-Sauna zu lenken, die mir als Ort mannigfaltiger Divertissementchen noch vom letzten Besuch in guter Erinnerung war. Die hatte aber bis Mittag geschlossen, und auf einmal widerstrebte mir der Gedanke, auch nur eine Minute länger in dieser sonderbar schizophrenen Stadt herumzuirren derartig, daß ich ICE-Shuttle Shuttle sein ließ, und mich vier Stunden vor der Zeit über die gemütliche alte Rheinstrecke zurück nach Düsseldorf fahren ließ, einem Ort, an dem es wenigstens keine fotografierenswerten Stadtensembles, weniger Erinnerungsmumien und auch eine schöne Sauna gibt.
Die Italiener sind zu beneiden.
Die können aus Römern trinken.
Die Franzosen dagegen haben es nicht so gut.
Die trinken bestimmt nicht aus Parisern !
Romulus und Remus.
Herodes.
Marius.
Sulla.
Claudius.
Tiberius.
Nero.
Vae victis -
wehe den Besiegten!
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