Römer
Bewertung: 3 Punkt(e)
Römer, Pro und Contra:
Pro: die Römer waren immer griesgrämig
Contra: Hitler war ein Römerfan
Pro: Niemand interessiert sich heute für die Römer
Contra: Viele interessieren sich für Hitler
Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 74, davon 72 (97,30%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 31 positiv bewertete (41,89%) |
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Der erste Text | am 30.9. 2000 um 17:54:24 Uhr schrieb Gronkor über Römer |
Der neuste Text | am 24.4. 2024 um 12:43:33 Uhr schrieb Gerhard über Römer |
Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 24) |
am 23.11. 2003 um 02:41:33 Uhr schrieb
am 28.10. 2004 um 14:22:16 Uhr schrieb
am 30.9. 2005 um 17:16:21 Uhr schrieb |
Römer, Pro und Contra:
Pro: die Römer waren immer griesgrämig
Contra: Hitler war ein Römerfan
Pro: Niemand interessiert sich heute für die Römer
Contra: Viele interessieren sich für Hitler
Warum hatten die Römer eigentlich keine Hieroglyphen?
Und keine Tipis?
Keine Helme mit Hörnern?
Naja, Aquädukte hatten die immerhin.
Als ich heute morgen von meinem Hotel Nähe Paulskirche flirrig vor Schlaflosigkeit und der Chemie des vergangenen Abends auf den Römer ging, diesem unsäglichen Faller-Modellbausatz in 100:1, dachte ich zuerst, da wird ein Film gedreht: Aberdutzende von Chinesen, viele in uniformen grünen T-Shirts, manche gar mit Spruchbändern, hinter denen sie sich aufbauten als wäre es der Tian an men zur Zeit des ersten Mai, waren über den ganzen Platz verteilt und fotografierten sich gegenseitig in immer neuen Ensembles und Stellungen. Die Schirn hatte noch geschlossen, und so gönnte ich mir diesen Luxus, eine nicht allzu vertraute Stadt mit den Augen der Fremden zu sehen, folgte mit dem Blick den von Chinesenkameras herausfokussierten Bembeln und Wirtshausschildern, versuchte Geranienkästen schön rot zu finden (hao hong), schaute ihnen beim Postkartenaussuchen über die Schulter und versuchte (erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund der Vorschädigungen der vorherigen Nacht) überhaupt eine Leere des Geistes walten zu lassen, die mir den Römer zurückverwandeln sollte in ein repräsentatives Bauensemble deutscher Tradition, ein eingefrorenes Stück Zeit in einer Stadt des glas– und stahlgewordenen Kapitals. Es wäre mir auch fast gelungen, da weckte mich das Gezeter eines Binding-Bierwirtes aus meiner affirmativen Milde. Irgendwas an seinem Mobiltelefon funktionierte nicht, und so stand er, der eigentlich seine Bindingbierbänke hatte schrubben wollen, vor seiner unerträglich gemütlich wirkenden Kneipe und keifte sein Nokia untertitelverdächtig auf hessisch an. Dieser audiovisuelle Mißklang führte mir erst wieder die ganze Häßlichkeit des Ortes vor Augen, auf die Keltenausstellung in der Schirn hatte ich eigentlich auch keine Lust mehr, irgendwelche blöden Schmuckfibeln zusammen mit neunmalklugen Gymnasialarchäologen und runentätowierten Neoheiden anzustarren, bloß nicht, und so beschloß ich, meinen schweren Schritt in die Golden-Gate-Sauna zu lenken, die mir als Ort mannigfaltiger Divertissementchen noch vom letzten Besuch in guter Erinnerung war. Die hatte aber bis Mittag geschlossen, und auf einmal widerstrebte mir der Gedanke, auch nur eine Minute länger in dieser sonderbar schizophrenen Stadt herumzuirren derartig, daß ich ICE-Shuttle Shuttle sein ließ, und mich vier Stunden vor der Zeit über die gemütliche alte Rheinstrecke zurück nach Düsseldorf fahren ließ, einem Ort, an dem es wenigstens keine fotografierenswerten Stadtensembles, weniger Erinnerungsmumien und auch eine schöne Sauna gibt.
Reg: Was haben uns die Römer denn gebracht, frage ich?
2.Mitglied: Den Aquädukt.
Reg: Was?
2.Mitglied: Den Aquädukt.
Reg: Oh. Jajaja. Den haben sie uns gegeben, das ist wahr.
3.Mitglied: Und die sanitären Einrichtungen.
Loretta: Oh ja. Die sanitären Einrichtungen. Weißt Du noch, wie es früher in der Stadt stank?
Reg: Also gut ja, ich gebe zu, der Aquädukt und die sanitären Einrichtungen, das haben die Römer für uns getan.
Matthias: Und die schönen Straßen.
Reg: Ach ja, selbstverständlich die Straßen. Das mit den Straßen versteht sich ja von selbst, oder? Abgesehen von den sanitären Einrichtungen, dem Aquädukt und den Straßen ...
4.Mitglied: Medizinische Versorgung ...
5.Mitglied: Schulwesen ...
Reg: Naja gut. Das sollte man erwähnen.
6.Mitglied: Und der Wein ...
Alle: Ou ja.
Francis: Ja. Das ist wirklich etwas, was wir vermissen würden, wenn die Römer weggingen.
7.Mitglied: Die öffentlichen Bäder ...
Loretta: Und jede Frau kann es wagen, nachts die Straße zu überqueren, Reg.
Francis: Jaha. Die können Ordnung schaffen, denn wie es hier vorher ausgesehen hat, davon wollen wir ja gar nicht reden.
Reg: Also gut. Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schulwesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasseraufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die Römer JE für uns getan?
2.Mitglied: Den Frieden gebracht ...
Reg: Ach! Frieden! Halt die Klappe.
Im Radio kam mal ein Bericht über einen Verkehrsunfall in einem Tunnel. Genauer gesagt war es mehr ein Unfall vor dem Tunnel, aber das ist jetzt Haarspalterei. Jedenfalls ist da wohl ein Bus mit einem Haufen polnischer Touristen gegen eine Tunnelwand gefahren. Der Fahrer war »ein 31 Jahre alter Römer«.
Geht das nur mir so oder denkt jeder dabei automatisch an einen Toga und Sandalen tragenden Mann, der verzweifelt versucht herauszufinden, wie diese von Jupiter gesandte Höllenmaschine zu bedienen ist?
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