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Jo, am 18.12. 2011 um 12:35:38 Uhr
Inflation

Quelle: Welt Online - Das Schreckgespenst der Hyperinflation taucht auf - 17.12.2011

Eine Familie will dem wirtschaftlichen Elend entkommen, sie verkauft das geerbte Haus und wollte nach Amerika auswandern.

Am Hamburger Hafen angekommen, reicht das Geld jedoch schon nicht mehr für die Überfahrt. Und nicht mehr für die Fahrkarte zurück nach Hause.

Solche irrsinnigen Geschichten aus dem Inflationsjahr 1923 machen das Traumatische der Hyperinflation deutlich:
Die Kollektiverfahrung, alle Werte und Gewissheiten zu verlieren, prägt bis heute das deutsche Gemüt.
Und sie erklärt, warum sich Politiker und die Bundesbank instinktiv gegen die Forderung stemmen, die Staatsschuldenkrise mit ein wenig mehr Inflation zu lösen.

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Ein Volk will sich aus der großen Wirtschaftskrise (1929) befreien und wählt Rechtsradikal um die grassierende Arbeitslosigkeit abzuschaffen.

Ein großer starker Mann soll es richten, so wie damals der Kaiser der uns in den 1. Weltkrieg geführt hat.

Auf einmal werden Nachbarn abgeführt von strammen Männern.
Manche verstecken diese sogar auf dem Dachboden, doch wenn der SS-Offizier oben ist, die Dielenböden knarren und er mit ruhiger, sanfter Stimme sagt:
»Sie kommen jetzt bitte mit, dort unten steht ein Lastkraftwagen für sie bereit und damit fahren sie dann nach Auschw***. Sie werden dort vorerst untergebracht

Ja dann ist doch alles in »bester Ordnung« oder?

Am Ende des kollektiven Größenwahns angekommen, liegt ganz Deutschland in Schutt und Asche, 6 Millionen Menschen wurden dahingemetzelt, in Gesamteuropa wurde unendliches Leid verursacht.

Wie war das doch gleich mit der Fahrkarte zurück nach Hause? Achja, das zu Hause gibt es nicht mehr. Nicht in München, nicht in Berlin, nicht in Köln, Deutschland ist besetzt, moralisch verdorben und gebrochen.

Solch eine irrsinnige Geschichten aus dem Weltkriegsjahr 1945 macht das Traumatische deutlich:

Die Hyperinflation von 1923 war nicht so toll. Der Weltkrieg davor und darauf aufbauende Reparationszahlungen aber auch nicht.
Und auch nicht der Weltkrieg danach.

Warum soll ich meine geschichtliche Sichtweise auf das Jahr 1923 verengen, wenn es 2 Weltkriege, einen davor und einen danach gab?

Aber komischerweise muss ich sowas lesen. In der (online)-Zeitung.

Verrückt? Verrückt.


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