»Stanford-Prison« und »Milgram« - unter diesen Begriffen sind 2 Experimente amerikanischer Psychologen bekannt, die Probanten in die Lage versetzten, andere Probanten »legal« quälen und mißhandeln zu können. Dafür wurde auch eine Rechtfertigung geboten. Bei »Milgramm« handelte es sich um die Bestrafung eines ungehörigen Schülers durch Elektroschock (der »Schüler« war ein Schauspieler, der Schmerzen simulierte), bei »Stanford-Prison« wurden unter realistischen Bedingungen Probanten teils als »Wärter«, teils als »Häftlinge« eingesetzt. »Milgramm« ergab, daß die überwiegende Mehrzahl der Probanten bereit waren, ihre Mitmenschen zu foltern, bei »Stanford-Prison« entwickelten sich etwa ein Drittel der Wärter binnen weniger Stunden oder Tage zu offenen Sadisten. Das Experiment mußte abgebrochen werden.
Beide Experimente sind umstritten, ihre Ergebnisse werden angezweifelt - wie ich meine, nicht aus den wohl vorgeschobenen Methodischen oder Ethischen Gründen, sondern weil ihre fürchterlichen Ergebnisse nicht ins aktuelle Menschenbild passen.
Das Ergebnis: der Mensch als ubiquitäre, nur allzuleicht zum Quälen seiner Mitmenschen bereite Bestie, passen jedoch hervorragend in die Beliebtheit sadomasochistischer Spielchen.
Unter »Nazideutschland« steht das Ganze, weil die ursprüngliche Absicht der Versuchsleiter darin bestanden hatte, nachzuweisen, daß »sowas« in den USA mit freien Bürgern niemals hätte passieren können.
Unter »Nazideutschland« steht das Ganze, weil es da noch einen ganz anderen Zusammenhang gibt: Die Geschichte von »Nazideutschland« ist nämlich noch lange nicht zuende, und die Täter sind immer noch unter uns. Sie sind Schläfer, die nur allzu leicht aktiviert werden können.
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