Mönchsrobben (Monachus) sind eine Gattung der Hundsrobben. Als einzige Robben bewohnen sie ganzjährig tropische und subtropische Meere. Sie sind offensichtlich die geologisch älteste und somit primitivste heute lebende Hundsrobben-Gruppe. Ähnliche Arten sind fossil bereits aus dem Miozän nachgewiesen. Heute sind Mönchsrobben in ganz unterschiedlichen Regionen der Welt verbreitet, aber überall selten. Man unterscheidet drei Arten:
* Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus)
* Hawaii-Mönchsrobbe (Monachus schauinslandi)
* Karibische Mönchsrobbe (Monachus tropicalis)
Mittelmeer-Mönchsrobbe
Die einzige Robbenart des Mittelmeers ist durch Verfolgung extrem selten geworden. Es gibt noch kleine Restpopulationen an den griechischen, türkischen und kroatischen Küsten, vor allem aber an den afrikanischen Küsten zwischen Marokko und der Westsahara (also auch außerhalb des Mittelmeers). In der Farbe sind diese Robben sehr variabel; sie liegt zwischen Hellgrau und Schwarzbraun. Mit einer Länge von 240 cm und einem Gewicht von 280 kg ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe deutlich größer als ein Seehund. Weibchen sind etwas größer als Männchen. Sie ist ein tagaktiver Fischfresser, der in kleinen Kolonien von maximal zwanzig Tieren anzutreffen ist.
Schon Aristoteles lieferte eine Beschreibung der Mönchsrobbe, die somit die erste vom Menschen beschriebene Robbe überhaupt war. Über Jahrhunderte haben Fischer in dieser Robbe eine Konkurrenz gesehen und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit getötet. Man schätzt, dass heute weniger als 500 Individuen existieren, womit dies eines der meistbedrohten Säugetiere überhaupt ist.
Hawaii-Mönchsrobbe
Einst an allen Küsten der Hawaii-Inseln verbreitet, ist diese Art jetzt auf kleine unbewohnte Inseln am Nordwestrand des Archipels zurückgedrängt, zum Beispiel die Laysan- und Midway-Inseln. Die ständige Nachstellung hatte die Bestände in den 1950er Jahren auf 150 Tiere reduziert. Durch Schutzmaßnahmen gibt es inzwischen wieder 1200 Hawaii-Mönchsrobben, deren größte Bedrohung nun nicht mehr der Mensch, sondern Haiangriffe darzustellen scheinen.
Karibische Mönchsrobbe
Die Karibische Mönchsrobbe ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestorben. Schon Kolumbus schilderte nach seiner ersten Reise die Begegnung mit dieser Robbe, die somit das erste von den Spaniern entdeckte Säugetier der Neuen Welt war. Sie war in der gesamten Karibik sowie im Golf von Mexiko verbreitet. Letztmals wurde eine Kolonie Karibischer Mönchsrobben 1952 auf der Seranilla-Sandbank (südlich von Jamaica) gesehen. Seitdem gibt es keine wissenschaftlich bestätigte Sichtung mehr, obwohl Fischer gelegentlich behaupten, diese Robben entdeckt zu haben. Allerdings haben wissenschaftliche Suchexpeditionen zur Wiederentdeckung dieser Robbenart kein positives Ergebnis gehabt.
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