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ZDF schrieb am 5.11. 2001 um 21:11:39 Uhr über

Afghanistan








Stichwort: Mudschaheddin

Gotteskrieger oder Freiheitskämpfer?

Vielen gelten die Mudschaheddin (»Heilige
Krieger«) als Helfer des Top-Terroristen
Osama Bin Ladens. Nach dem Beginn der
US-Militärangriffe auf Afghanistan hat sich
das Bild von den selbsternannten
Gotteskriegern in den Medien aber
gewandelt. Denn auch in der oppositionellen
Nordallianz kämpfen Mudschaheddin.







16.10.2001




Bekannt wurden die Mudschaheddin durch den
Krieg, den sie in den 80er-Jahren gegen die
Rote Armee führten. Den afghanischen
Freiheitskämpfern gelang es schließlich, die
Sowjets zum Verlassen des Landes zu
zwingen und die Macht in Kabul zu
übernehmen.



Da aber bald Gegensätze unter den
verschiedenen Mudschadheddin-Gruppen
aufbrachen, stürzte Afghanistan weiter ins
Elend. Das Ausland unterstützte daraufhin - als
den vermeintlich verlässlicheren Partner - die
Taliban, die so 1996 an die Macht gelangten.
Die Gotteskrieger zogen sich in den Norden
Afghanistans zurück, wo sie die oppositionelle
Nordallianz bildeten.



Im Visier der Verfassungsschützer
Bei ihrem Kampf gegen die Sowjets wurden
die Mudschaheddin von moslemischen
Kämpfern aus dem Nahen Osten unterstützt,
zu denen auch Gruppen um Bin Laden
gehörten. Als »Gotteskrieger« traten seine
Anhänger immer dann in Erscheinung, wenn
der Islam wie bei der sowjetischen Bestzung
vermeintlich bedroht war.



Junge, strenggläubige Moslems aus der
arabischen Welt zog es in Trainingslager in
Pakistan, Sudan und Afghanistan, von denen
viele von Bin Laden finanziert wurden. Nach
einer religiösen und militärischen Schulung
tauchten viele in Westeuropa und den USA
unter. Auch in Deutschland stehen die
Mudschaheddin als »panislamisitsch orientierte
Gotteskrieger arabischer Herkunft« im Visier
der Verfassungsschützer.



Exportartikel in andere Regionen
Auch in der arabischen Welt wurden die
Mudschaheddin zum Exportartikel. Sie
beteiligten sich nicht nur an Kämpfen in
Afghanistan, sondern auch in
Bosnien-Herzegowina, Tschetschenien und
Kaschmir. In Verbindung gebracht werden sie
auch mit dem Terroranschlag auf Touristen im
ägyptischen Luxor und den islamistischen
Fundamentalisten der algerischen GIA.



Die Sicherheitsbehörden gehen von einem
weltweiten Netzwerk der Gotteskrieger aus.
Auch die Spuren der Attentäter vom 11.
September in den USA weisen in das
Mudschaheddin-Milieu. Nach dem Beginn des
US-Militärschlags gegen Afghanistan haben die
Taliban schon mit einem massiven Angriff ihrer
Mudschaheddin gedroht. Auch von Pakistan
aus könnten Gotteskrieger helfen.



Unsichere Kandidaten in der Nordallianz
Auch bei den neuen US-Verbündeten der
Nordallianz gibt es Mudschaheddin. Sie gilt
daher vielen Beobachtern als unsicherer
Kandidat, weil sie untereinander uneinig sind.
Denn schliesslich sind auch die meisten von
ihnen islamistische Extremisten, die von den
Taliban nur der Streit um die Macht in Kabul,
aber wenig Grundsätzliches trennt.


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