und weiter führt er aus:
»ich erinnere mich noch genau, wie lächerlich ich eine aufführung von «I'm sitting in a room» (künstler habe ich vergessen) in der berliner parochialkirche fand, wo es eigentlich nur darum ging, die resonanzfrequenzen des kircheninnenraumes metamorphosisch herauszuschälen. warum umgibt man physikalische experimente mit der aura des künstlerischen? das erinnert mich an heidnische riten, wo der medizinmann seine kenntnisse und die unwissenheit der anderen ausnutzt, um sich übernatürliche fähigkeiten zuzuschreiben und die geschicke des stammes mittels seiner demonstrierbaren macht in die gewünschte richtung zu lenken. «wahnsinn - man kann die resonanzfrequenzen des kircheninnenraums hören!» natürlich kann man sie hören. jeder mit ein wenig musse und phantasie lässt sein ohr genauso schweifen wie sein auge und entdeckt dabei millionen kleiner details, die gerade weil sie meist unbeobachtet bleiben, so prickelnd und interessant sind. warum aber sollte das zur-schau-stellen dieser details mysteriös oder sogar künstlerisch sein? die naivität, zu denken, dass was nicht öffentlich präsentiert wird, nicht da ist, ist vergleichbar mit der früheren annahme von sprachforschern, die römer hätten die farbe braun nicht gesehen, nur weil sie kein wort dafür hatten. selbstverständlich ergeben out-of-sync-sequenzen immer neue patterns. interferenzen kennen wir aus der schule, moire-muster spätestens seitdem wir scanner benutzen und kaleidoskope kann jeder aufmerksame mensch selber bauen.«
ich denke, karsten hat eine musik-obsession.
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