Mitternacht. Eben haben die Glocken geläutet.
In der Schwüle, durch die ich spaziere, im spanischen, grellgelb beleuchteten Dorf in der Nacht, sitzt, in aller menschlichen Stille, am Fuße der maurischen Burgruine, ein Liebespaar auf einer Bank und knutscht, ganz für sich allein.
Das Dorf liegt ihnen zu Füßen, müssen sie denken, wenn sie an sowas noch denken, blicken sie doch auf den Eingang des Dorfes und nahezu all seine Häuser herab aus dem Halbschatten des Baumes, unter dem sie sitzen, und nur der maurische Burgturm überragt sie noch.
Eine Ecke weiter, ebenfalls im Schatten, auf einem Balkon eines der eng aneinander gebauten, verwinkelten Häuser, steht, in ihrem Nachtgewand, eine ältere, dickliche Spanierin und beobachtet die beiden, träumend.
Sie steht ganz ruhig, reglos.
Ob sie lächelt oder weint - man sieht es nicht.
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