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elfboi schrieb am 19.3. 2003 um 05:17:14 Uhr über

IRAK-KRIEG

Hier etwas, das ich zu diesem Thema auf de.indymedia.org geschrieben habe:

Kein Blut für Öl - ist es wirklich so einfach?

von elfboi - 19.03.2003 03:37

Oft wird die Vermutung geäußert, es ginge im bevorstehenden Krieg gegen den Irak nur um das Öl. Nun, ganz offensichtlich geht es auch um Öl, doch nicht um das Öl als solches, sondern um den damit verbundenen Dollar.

Der US-Dollar ist bislang die wichtigste Weltwährung, und ein Großteil des Welthandels wird in Dollar abgewickelt. Speziell das Öl der OPEC-Staaten

wird gegen Dollar gehandelt. Das hat für die US-Wirtschaft große Vorteile, denn wer Dollars haben will, muß diese erst einmal erwerben. Daher haben die meisten Staaten Dollar-Reserven angelegt, und um die Dollars zu bekommen, werden Waren in die USA exportiert. So kommt es, daß die US- Wirtschaft trotz der starken Importabhängigkeit nicht implodiert.

Mit der Einführung des Euro ändert sich die Situation schlagartig. Die EU hat, wenn auch angeschlagen, eine deutlich gesündere Wirtschaft als die USA, somit ist es für viele Staaten interessant, aufstatt $ als Reservewährung umzusteigen. Das wäre für die US-Wirtschaft jedoch fatal, da all die Dollars, die bisher im Welthandel gebunden sind, in die USA zurückfließen und dort eine Hyperinflation auslösen würden.

Nun hatte der Irak im Jahre 2000 begonnen, seine Dollarreserven in Euro umzutauschen, und einige andere OPEC-Staaten, unter anderem der Iran, dachten darüber nach, es ihm gleichzutun und auch das Öl gegenzu verkaufen. Was sollte also die US-Regierung tun?

Eine vernünftige und weitsichtige US-Regierung hätte sich mit Vertretern der EU, der OPEC und anderer wichtiger Handelspartner zusammengesetzt, um zu beraten, wie die Verschiebung vom Dollar zum Euro gesteuert und geregelt werden kann, damit sie langsam und gleichmäßig verläuft, so daß die US-Wirtschaft daran angepaßt werden kann, und daß am Endeund $ im Gleichgewicht sind. Die 1:1-Parität von Euro und Dollar, die wir vor kurzem erreicht hatten, hätte möglicherweise stabilisiert werden können.

Nun hätte eine solche Entwicklung aber in jedem Falle das Ende der Vormacht der USA in der Weltwirtschaft bedeutet, und die Bush-Junta mit ihrem Machthunger ist nicht gerade gewillt, diese aufzugeben. Statt dieser vernünftigen Lösung wählte man die unvernünftige: Da man mit Saddam Hussein sowieso noch eine Rechnung offen hatte, kramte man alte Kriegspläne wieder hervor, um ein Exempel zu statuieren, und um die Kontrolle über das Öl zu gewinnen (der Iran wurde zur Warnung auch schon einmal auf die Achse des Bösen gesetzt). Mit der Kontrolle über das Öl könnte man nicht nur Druck auf den Ölpreis ausüben, sondern auch die OPEC zwingen, ihr Öl weiterhin in Dollar zu handeln...

http://www.geocities.com/friedenkoeln/news_archiv/news_mar03.html#17mar03_opec
http://www.steinbergrecherche.com/ueeurodollar.htm
http://www.feasta.org/documents/papers/oil1.htm
http://www.ratical.org/ratville/CAH/RRiraqWar.html
http://kickme.to/frieden/


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