Es ist uns heutigen kaum noch begreiflich zu machen, welche revolutionäre Bedeutung der Begriff der Division für das Militärwesen hatte. Armeen pflegten bis zur Einführung der Divisionstaktik, stets zusammen zu bleiben, und einheitlich verwaltet zu werden. Eine Divison, wie man noch in alten Texten erkennen kann, bedeutete die seltene und sehr kurzzeitige Abspaltung eines Heeresteils, meist nur auf wenige Tage.
Die Division hingegen bedeutet, daß große Truppenteile von vorneherein, dh schon von ihrer friedensmässigen Aufstellung und Verwaltung her, selbstständig und autark operieren können, ohne mit anderen Teilen kooperieren zu müssen. Divisionen können wie die berühmten Holzklötzchen aus den Kinofilmen auf der Karte hin- und her geschoben werden. Alles, was sie brauchen, organisieren sie sich selbst. Das ist das Wesen, der Sinn und Zweck der Division und ihrer großen Stäbe. Diese selbstständige Operationsfähigkeit in großem Umfange - eine Division umfasst nach heutigen Maßstäben mindestens 15.000 Soldaten - ohne direkten Einfluß auf andere Truppenteile bedeutete eine ungeheure Umwälzung von Strategie und Taktik.
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